Asset Backed Securities

Dr.-Ing. Hans-Markus Callsen-Bracker


Der Markt für Asset Backed Securities (ABS) ist in Deutschland im letzten Jahrzehnt stark gewachsen. Das liegt zum einen daran, dass vor dem Hintergrund von Basel II Banken verstärkt ihre Forderungen verkaufen wollen, um möglichst wenig kostspieliges Eigenkapital vorhalten zu müssen, und zum anderen an den veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen. ABS stellen für Unternehmen ein attraktives und innovatives Finanzinstrument neben der klassischen Unternehmensanleihe und dem Forderungsverkauf dar. Aber der Reihe nach: Bei einer Asset Backed Security Transaktion wird zunächst eine Zweckgesellschaft (Englisch: Special Purpose Vehicle SPV) gegründet. Dann verkauft das Unternehmen Finanzaktiva an die SPV. Das können Forderungen aus Lieferung und Leistung oder Forderungen aus dem Kredit- oder Leasinggeschäft sein. Die SPV wird also neuer Eigentümer der vom Unternehmen verkauften Finanzaktiva und verwaltet sie in Form eines gepoolten Treuhandvermögens. Aus diesem großen Pool mit Zahlungsansprüchen werden nun Wertpapiere verbrieft, die so genannten Asset Backed Securities. Auch hier hat sich der englische Begriff durchgesetzt und aus diesem Grunde spricht man auch auf Deutsch bei der Verbriefung häufig von der „Securitization". Die verbrieften Forderungen werden am Markt in der Regel an institutionelle Anleger verkauft. Man unterscheidet nach Typ des Underlyings folgende ABS-Arten:
 
  • Verbriefung von Hypothekenkreditverträgen (Mortgage Backed Securities MBS)
  • Verbriefung von Forderungen (die „eigentliche" ABS)
  • und die Securitization von Krediten (Collateral Debt Obligations CDO)
Aus dem Pool von Ansprüchen der SPV können nun verschiedene ABS geschnitzt werden, mit unterschiedlichem Risiko-Rendite Profil. Es ist unter Umständen sogar möglich, ABS zu kreieren, die ein Rating erhalten, das besser als das Rating des verkaufenden Unternehmens selbst ist. Es werden, wie man der Grafik entnehmen kann, verschiedene Tranchen gebildet, die nach dem Wasserfall-Prinzip bedient werden. Als erstes werden die Senior Class ABS bedient und als letztes die Equity Class ABS, die man deshalb auch bezeichnender Weise „First Loss Piece" nennt. Es ist üblich, dass die SPV einen Selbstbehalt (auf Englisch: Credit Enhancement) vornimmt, indem sie z. B. mehr Leasingverträge einer ABS zuordnet, als eigentlich zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtung notwendig wäre (auf Englisch: Overcollateralization). Auf diese Art und Weise wird das Ausfallrisiko reduziert und der Kredit „enhanced". (Ich bitte dieses Denglisch an dieser Stelle zu entschuldigen. Ich benutze es nur aus Gründen der Didaktik!).
Literaturverzeichnis

Finanzwirtschaft der Unternehmung Perridon/ Steiner

2007, Vahlen,

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