Internationaler Fisher-Effekt - Ungedeckte Zinsparität

Dr.-Ing. Hans-Markus Callsen-Bracker


Wenn wir den einfachen Fisher-Effekt mit der relativen Kaufkraftparitäten Theorie kombinieren, kommen wir zum Internationalen Fisher-Effekt. Der einfache Fisher-Effekt macht eine Aussage zum relativen Unterschied der erwarteten Bruttoinflationsraten. Er soll nämlich dem relativen Unterschied der Nominalzinssätze entsprechen:

 

 

Die Formel für die relative Kaufkraftparitäten Theorie ist:

 

 

Der internationale Fisher-Effekt wurde von dem gleichen Herren Fisher „entdeckt", der auch den einfachen Fisher Effekt als erster beschrieb. Der internationale Fisher-Effekt wird auch „ungedeckte Zinsparität" genannt, da der heute bereits sichere Terminzins t im Devisen-Swap-Satz durch den erwarteten zukünftigen Wechselkurs ersetzt wird. Die ungedeckte Zinsparität ergibt sich zu:

 

Wenn wir nun einen Blick auf die sichere bzw. gedeckte Zinsparitäten Theorie werfen:

 

Erkennen wir, dass der Terminkurs dem erwarteten Wechselkurs entspricht. Das ist die so genannte Terminkurstheorie der Wechselkurserwartungen:

 

 

Hier ist Vorsicht angebracht. Schließlich besagt das Siegel Paradoxon, dass die Terminkurstheorie der Wechselkurserwartungen nicht gleichzeitig in beide Richtungen gelten kann. Allerdings gibt es nur EINEN Terminkurs. Aber dazu später mehr.

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