Der Endwert

Dr.-Ing. Hans-Markus Callsen-Bracker


Bezieht man alle Ein- und Auszahlungen einer Investition durch Aufzinsen auf den Endzeitpunkt der Projektlebensdauer und bildet die Summe, so erhält man den sogenannten Endwert dieser Investition. Um die Äquivalenz der Investitionsentscheidung anhand des Kapitalwertes und des Endwertes einfacher zeigen zu können, führen wir die Bruttoverzinsung q = (1 + i) ein. Der Endwert ergibt sich dann als:

 

 

Der letzte Term in der Summe kann aufgespaltet werden, so dass wir folgende Gleichung erhalten:

 

 

Der Term qT ist eine Konstante und nicht mehr von dem Laufindex t in der Summe abhängig. Er kann folglich zunächst aus der Summe herausgezogen werden:

 

 

und schließlich insgesamt ausgeklammert werden:

 

 

Der rechte Klammerterm entspricht genau dem Kapitalwert bzw. NPV. Der Endwert ist also nichts anderes als der über die Projektdauer aufgezinste Kapitalwert:

 

 

Die Entscheidungskriterien für die Kapitalwertmethode lassen sich also äquivalent auch für die Endwertmethode anwenden: Investitionsobjekte mit positivem Endwert schaffen Wert und sind absolut vorteilhaft. Werden verschiedene Investitionsalternativen miteinander verglichen, so ist das Objekt mit dem höchsten Endwert vorzuziehen. Aus Sicht des Managements ist es egal, ob die Investitionsentscheidung anhand des Kapitalwertkriteriums oder auf Basis der Endwertmethode durchgeführt wird. Beide Verfahren liefern dasselbe Ergebnis.

MC-Test

 

Literaturverzeichnis

Grundzüge der Finanzierung und Investition Hans Hirth

2008, Oldenbourg, 40-44

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