Literatur zum Thema
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Tradingstrategien mit Optionen

Dr.-Ing. Hans-Markus Callsen-Bracker


Durch die Kombination mehrerer Optionen lassen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Handelsstrategien realisieren. Die häufigsten Optionskombinationen sind die so genannten Spreads. Bei einem Spread nimmt man bei einer Option die Stillhalter und bei einer anderen die Long Position ein. Grundsätzlich werden bei Spreads nur Kaufoptionen mit Kaufoptionen beziehungsweise nur Verkaufsoptionen mit Puts kombiniert.

 
 

Wenn man einen Call kauft und gleichzeitig einen zweiten Call mit höherem Ausübungspreis E2 und ansonsten gleichen Ausstattungsmerkmalen verkauft, erhält man einen der beliebtesten Spread-Typen, den so genannten Bull Spread.

 
 
 

Er wird Bull Spread wegen seines ansteigenden Verlaufes genannt. Denn an der Börse steht der Bulle für Aufwärtstrends und der Bär für fallende Kurse. Im Gegensatz zu dem Gewinn- und Verlustprofil bei einem normalen Call ist bei einem Bull Spread der maximal erreichbare Gewinn begrenzt. Dafür sinkt im Gegenzug der maximale Verlust! Bei Kauf eines einfachen Calls beschränkt sich der maximale Verlust auf den Kaufpreis. Beim Bull Spread erzielen wir jedoch zusätzlich einen Erlös durch den Verkauf des zweiten Calls mit dem höheren Ausübungspreis. Da der verkaufte Call einen höheren Ausübungspreis hat, ist die Optionsprämie im Vergleich zum gekauften Call niedriger, so dass beim Bull Spread das Verlustrisiko nie auf null gedrückt werden kann!

 

Das gleiche Gewinn- und Verlustprofil am Ende der Laufzeit lässt sich ebenfalls mit Verkaufsoptionen realisieren. Auch hier spricht man von einem Bull Spread. Schließlich sieht der Wertverlauf genauso wie bei der Variante mit den Kaufoptionen aus. Beim Bull Spread mit Verkaufsoptionen wird erneut die Option mit dem niedrigeren Ausübungspreis ge- und die mit dem höheren Strike verkauft.

 
 

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist der Bär an der Börse ein Symbol für fallende Kurse. Folgerichtig hat das Gewinn und Verlustprofil des Bear Spreads einen fallenden Verlauf. Auch beim Bear Spread wird - wie bei allen Spreads - stets eine Kaufoption mit einer Kaufoption oder eine Verkaufsoption mit einer Verkaufsoption kombiniert. Der entscheidende Unterschied zum Bull Spread besteht jedoch darin, dass die Option mit dem höheren Strike gekauft und die mit dem niedrigeren Strike verkauft wird. Bei dieser Variante benötigen wir zum Zeitpunkt der Konstruktion des Spreads keine eigenen liquiden Mittel, da die von uns gekaufte Option günstiger als die von uns verkaufte Option ist.

 

 

 

Eine besonders schöne Handelsstrategie mit Optionen ist der so genannte "Butterfly". Er hat seinen Namen daher, dass bei der Umkehrung des hier betrachteten Butterflys das Gewinn- und Verlustprofil wie ein Schmetterling aussieht. Grundsätzlich gibt es eine Menge unterschiedlicher Möglichkeiten, wie man einen Butterfly konstruieren kann. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel die Folgende: Wir kaufen einen Call mit den Strike A und einen mit den Strike C. Außerdem verkaufen wir zwei Kaufoptionen mit dem Ausübungspreis B. Dabei gilt: A < B < C. Ein solcher Long Butterfly-Spread bietet sich an, wenn man auf eine Seitwärtsbewegung des Aktienkurses spekulieren möchte.

 

Die Umkehrung wäre einfach an der X-Achse gespiegelt und würde sich Short Butterfly-Spread schimpfen. Das Gewinn- und Verlustprofil der Umkehrung sieht mit viel Fantasie tatsächlich wie ein Schmetterling aus. Sie macht Sinn, wenn man glaubt, dass es zu starken Kurskorrekturen kommen wird, man sich aber nicht über die Richtung der Anpassung im Klaren ist. Der maximale Gewinn beläuft sich beim Long Butterfly auf:

Max. Gewinn = 0,5·(C-A)-Δ Prämie

 

Wenn man mit sehr großen Kursveränderungen rechnet und nicht so genau weiß, ob es nach oben und nach unten gehen wird, sollte man auf einen so genannten Long Straddle setzen. Straddle-Positionen setzen sich immer aus beiden Optionstypen, also sowohl aus Calls als auch aus Puts, zusammen. Beide Optionen werden entweder gekauft oder verkauft. Beim Long Straddle kaufen wir einen Put und einen Call mit gleichem Basispreis und auch sonst gleichen Ausstattungsmerkmalen.

 

 

Sobald sich der Kurs stark ändert, verdienen wir gut. Sollten wir allerdings mit einer Seitwärtsbewegung rechnen, dann wäre ein Short Straddle, also das Eingehen der Stillhalterposition, sowohl bei einer Kauf- als auch einer Verkaufsoption mit gleichem Ausübungspreis, die richtige Wahl.

Literaturverzeichnis

Finanzwirtschaft der Unternehmung Perridon/ Steiner

2007, Vahlen, 212-215

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Professionelles Portfoliomanagement C. Bruns, F. Meyer-Bullerdiek

2003, Schäffer-Poeschel, 230-231

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